Markenstimme vs. Markensprache
- Corinna Falcone
- 2. Jan.
- 2 Min. Lesezeit

Warum der Unterschied entscheidend ist – und warum viele ihn falsch benutzen
Die Begriffe Markenstimme und Markensprache werden im Marketing oft synonym verwendet. In Blogartikeln, Workshops und Agentur-Pitches fliegen sie wild durcheinander – als wäre es egal, welchen man nutzt. Ist es aber nicht. Denn wer den Unterschied nicht versteht, kommuniziert meist inkonsequent. Und Inkonsequenz ist einer der häufigsten Gründe, warum Marken austauschbar wirken.
Zeit, Ordnung reinzubringen.
Warum diese Unterscheidung wichtig ist
Viele Selbstständige arbeiten intensiv an ihrem Design, an ihren Angeboten und an ihrer Sichtbarkeit. Doch sprachlich bleibt alles vage:
mal locker, mal formell
mal erklärend, mal belehrend
mal nahbar, mal distanziert
Das Problem liegt selten an fehlendem Talent. Sondern eher daran, dass Stimme und Sprache nicht sauber getrennt werden.
Die Markenstimme: das Fundament deiner Kommunikation
Die Markenstimme (Brand Voice) ist die Persönlichkeit deiner Marke. Sie beschreibt, wer spricht – unabhängig vom Kanal oder vom konkreten Text.
Die Markenstimme ist:
strategisch
stabil
langfristig
Sie verändert sich nicht von Instagram zu Website oder von Blog zu Newsletter.
Typische Fragen zur Markenstimme:
Welche Haltung hat meine Marke?
Wie tritt sie auf?
Welche Rolle nimmt sie gegenüber Kund:innen ein?
Wie nah oder wie klar ist sie?
Man kann sich das vorstellen wie bei einem Menschen: Die Stimme bleibt dieselbe – egal ob im Gespräch, am Telefon oder in einer E-Mail.
Die Markensprache: die konkrete Umsetzung
Die Markensprache ist das sprachliche Handwerkszeug. Sie beschreibt, wie die Markenstimme konkret in Worte gefasst wird.
Dazu gehören:
Wortwahl
Satzlängen
Tonfall
Stilmittel
Ansprache (Du oder Sie)
typische Formulierungen
Die Markensprache ist:
kontextabhängig
anpassungsfähig
operativ
Sie darf sich je nach Medium leicht verändern – solange sie der gleichen Markenstimme folgt.
Kurz gesagt:
Markenstimme: Wer spricht hier?
Markensprache: Wie wird gesprochen?
Oder anders formuliert: Eine Marke hat eine Stimme, aber sie spricht in unterschiedlichen Situationen anders, ohne ihren Charakter zu verlieren.
Warum viele Marken hier scheitern
In der Praxis wird oft direkt an der Sprache herumgeschraubt:
neue Textstile
neue Hooks
neue Tonalitätstrends
Ohne zu klären, wer die Marke eigentlich ist.
Das führt dazu, dass Texte zwar nett klingen, aber nicht tragen. Heute inspirierend, morgen sachlich, übermorgen kumpelhaft – alles ein bisschen, nichts klar.
Starke Marken machen es anders: Sie definieren zuerst ihre Markenstimme. Und leiten daraus ihre Markensprache ab.
Wie bekannte Marken das lösen
Nike
Markenstimme: selbstbewusst, fordernd, motivierend
Markensprache: kurze Sätze, Imperative, emotionale Verben
Nike erklärt nicht. Nike fordert heraus.
IKEA
Markenstimme: nahbar, menschlich, lösungsorientiert
Markensprache: einfache Wörter, Alltagssprache, leichte Humorakzente
Komplexe Produkte, aber eine Sprache, die niemand ausschließt.
Beide Marken sind völlig unterschiedlich – aber intern glasklar definiert.
Welche Begriffe du verwenden solltest
Für deine eigene Marke – und besonders in deiner Außendarstellung – ist diese Struktur sinnvoll:
Markenstimme als übergeordnetes Konzept
Markensprache als konkrete Ausprägung dieser Stimme
Das wirkt professionell, strategisch und hilft dir, auch wenn du Texte auslagerst oder mit KI arbeitest.
Fazit
Markenstimme und Markensprache sind keine Gegensätze.Aber sie sind auch nicht dasselbe.
Wer den Unterschied versteht, kommuniziert:
klarer
konsistenter
glaubwürdiger
Und genau das ist es, was starke Marken von lauten unterscheidet.


